Sonntag, 4. September 2016

Witch-Camp. Zauberfrauen-Wochenende mit beiden Gruppen.

Von Johanna:


Seit der Planung Ende letzten Jahres hatte ich mich darauf gefreut. Tatsächlich übertraf das Wochenende noch meine Erwartungen.
Es fing schon damit an, dass wir einfach tolles Wetter hatten. Herrlicher Sonnenschein und warm.
Im Laufe des Freitags trudelten wir alle nach und nach ein. Ich gehörte zu den späteren Ankömmlingen.

Flugs das Zelt aufgebaut in der bereits anbrechenden Dämmerung und dann zum großen Gemeinschaftszelt, das vor allem für den Fall schlechten Wetters gedacht war. Denn wir vielen Frauen hätten schlicht nicht alle ins Seminarhaus gepasst.
Liebevoll hatte Minerva alles vorbereitet. Das Zelt war mit Gebetsfahnen und Lichterketten geschmückt. Drinnen standen lange Tische und Bänke, die ebenfalls bunt und freundlich dekoriert waren. Überall standen brennende Kerzen und Laternen.
Besonders gefielen mir die mit tollen bunten „Hexenmotiven“ dekorierten Laternen einer Hexenschwester. Einfach wunderschön!


Beim gemeinsamen Abendessen beschnupperten sich die beiden Gruppen, die sich hier zum ersten Mal trafen . Ich denke wir Polarlichter waren dabei aufgrund unserer größeren Zahl ein wenig im Vorteil. Deutlich konnte man merken, dass alle fest entschlossen waren, eine schöne Zeit zu haben und gut miteinander auszukommen – so wie es am Ende dann auch war.

Beeindruckt hat mich, welch weite Strecken manche der Frauen auf sich nehmen, um bei den Zauberfrauen dabei zu sein. Einige kommen weit aus dem Süden Deutschlands bis an die Nordseeküste. Viele, viele Stunden Fahrt mit dem Auto, die diese Mädels für die zweitägigen Treffen alle drei Monate immer wieder auf sich nehmen. Wow!

Das Wochenende war voll bereichernder Erfahrungen, Spaß und kreativer Energie.
Schon unser Eröffnungsritual am Samstagmorgen, in dem wir uns zur Einstimmung auf die zwei Tage mit reinigenden Kräutern abräucherten und über die von uns für das spätere Spiralritual mitgebrachten Steine sprachen, versetzte mich in eine leicht meditative Stimmung. Es konnte losgehen!

Kaum waren wir soweit, erschienen im passenden Moment Stormy und Heidi, die sich netter Weise auf Minervas Einladung hin bereit erklärt hatten, uns von Stormys Kultur zu erzählen und uns an seinem spirituellen Wissen teilhaben zu lassen.


Unglaublich welche Ruhe und vor allem positive und liebevolle Ausstrahlung Stormy besitzt! Er beschenkte uns mit einer wunderbaren, spannende Erklärung zum Medizinrad und seiner Bedeutung. Die praktischen Übungen sollten nicht fehlen. Es gab eine geführte Meditation mit Hilfe des Medizinrads und jede einzelne von uns konnte hier ihre ganz eigenen, individuellen Erfahrungen machen, bei deren Einordnung Stormy dann half.
Ein wunderbarer Mensch, der jedem einzelnen zuhört, ihm seine Aufmerksamkeit widmet und in der Seele liest.

Wahnsinnig beeindruckt hat mich, mit welcher Authentizität Stormy zu Beginn seinen Vortrag mit einem Gebet zum großen Geist und zu den Windrichtungen begann. Nichts war aufgesetzt und künstlich.Die Trommelsitzung war einfach der Hammer.
Jede mit ihrer eigenen oder einer geborgten Trommel, im gleichen Rhythmus und begleitet von intensiven Chants, die Stormy uns vorgab.
Ich weiß nicht wie lange wir mit unseren Trommeln und Stimmen die Energie versammelten, die uns miteinander verband, bis wir sie mit einem letzten, kräftigen, gemeinsamen Schlag in die Welt entließen.

Beinahe konnte ich den Energiekegel, den wir in gemeinsamer Arbeit erschaffen hatten, körperlich erfühlen, so intensiv war unsere Musik.


Hinterher hatte ich den Eindruck: Ja, jetzt sind wir alle miteinander verbunden, die kleinen Barrieren, die unsere beiden Gruppen bis dahin noch getrennt hatten, waren verschwunden. Jetzt waren wir nur noch eine Gruppe.
So viel Energiearbeit fordert natürlich auch auf der ganz profanen, weltlichen Ebene ihren Tribut. Und so war ich froh, dass das bestellte Essen schon bald geliefert wurde. Wieder versammelten wir uns im Gemeinschaftszelt um unsere Speicher zu füllen.

Am Nachmittag folgte dann das Spiralritual. Die Spirale, ein urtümliches Symbol, das mich mit Mutter Erde verbindet.
Wie schon beim letzten Zauberfrauen-Treffen der Polarlichter begeisterte mich ganz besonders die gemeinsame Ritualarbeit so vieler Frauen, die den alten Weg beschreiten.
Jede von uns geht vielleicht einen eigenen Weg. Ganz sicher finden sich in unseren Vorstellungen der Anderswelt, von Gott und Göttin, von Naturgeistern und Spirits haufenweise Unterschiede.
Jede von uns steht auf einem anderen Punkt des äußeren Kreises des Medizinrads und hat von ihrer Position einen anderen Blick auf ihre spirituelle Welt. Und eine jede von uns strebt zur Mitte, dem Zentrum, das im Ergebnis für uns alle gleich ist.


Wir erweckten die Spirale zum Leben. Schon in einem ziemlich frühen Stadium des Rituals, als ich durch die Spirale schritt, konnte ich fühlen, wie in ihr die Welt sich drehte. Ich bewegte mich in einem Strudel, der tief hinein zum Kern von Mutter Erde reichte und hoch hinauf in den Himmel strebte. 

Noch lange nach dem Spiralritual lief ich energetisch auf Hochtouren. Während einige andere sich ausruhten oder anderweitig beschäftigten, blieb ich zurück, tanzte, sang und trommelte für die Göttin. Ein wenig entfesselt, würde ich meinen.

An diesem Wochenende fiel mir zum ersten Mal auf, dass Minerva es mit ihrer schamanischen und Hexenarbeit und vielleicht auch wir alle, die wir auf ihrem Hof an magischen und Naturritualen beteiligt sind und waren, es geschafft hatten, die Anderswelt erfahrbar zu machen. Die Grenze ist schmaler dort auf dem Hof. Die Nebel sind dünn. Der Vorhang ist durchscheinend und der Hinübertritt einfacher als anderswo.

Ich tanzte in Avalon!

Am Abend folgte eine weitere Trommelsitzung am Lagerfeuer. Ein Unwetter zog auf und drohte aus der Ferne.
Ich habe nicht allzu viel mitbekommen von den Gewittern in der Nacht. Verließ mich auf den Schutz meines Zeltes. Und am nächsten Morgen war das schlechte Wetter auch schon wieder vorbei.
Wir bekamen noch mehr Sonne geschenkt. Beim Abschlussritual saßen wir gemütlich auf Stühlen rings um unsere Spirale, die der nächtliche Regen schon ein wenig in den Boden hineingewaschen hatte, erzählten von unseren Erlebnissen beim Ritual und beendeten das Witch-Camp.

Danke noch einmal an alle Beteiligten, Teilnehmer, Organisatoren und Referenten. Ihr seid alle toll!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Liebe Leserin, lieber Leser
die Zauberfrauen bedanken sich für deinen Kommentar.
Dieser wird nach Sichtung freigeschaltet.