Freitag, 7. Oktober 2016

Angelika : Seelen-Verband





 
Als ich mit dem Auto Richtung Minerva`s Hexenhof fuhr, wie schon so oft zuvor, lag meine Seele offen vor mir. Offen, verletzlich, verletzt und enttäuscht. Zuviel war in den Wochen zuvor geschehen. Zu sehr hatte ich mich auf Sachen gefreut, die dann doch nicht, wie eigentlich immer, eintreten sollten.

 Ich war nicht mehr sicher, was genau ich eigentlich auf dem Zauberfrauentreffen sollte.... Mein größter Wunsch, eine Schülerin von Minerva zu werden - mit meinem Mann zusammen, hatte sich zerschlagen, da ich wegen meines Berufes, die erforderliche Zeit nicht aufbringen kann. Lange zweifelte ich mit mir, ob ich überhaupt noch als Zauberfrau weiter machen soll, da mich die Wochenenden doch nicht so recht befriedigten - ich wollte mehr. Aber genau das ging nicht. Ich mußte Prioritäten setzen...

Auch hatte ich oft das Gefühl nicht dazu zu gehören, da Minerva und die meisten anderen sich schon von früher aus dem Ruhrgebiet kannten und natürlich immer Erinnerungen, die nur sie teilten, austauschten. Meine verletzliche Seele fühlte sich aussen vor... Auch treffen sich einige, die nahe beieinander wohnen immer wieder - wo ich doch auch so gerne dabei wäre..

Ich war unzufrieden und ja - ich zerfloss auch ein wenig vor Selbstmitleid...... Innerlich hatte ich mir auf der Fahrt vorgenommen, mich an diesem Wochenende von meinen Zauberschwestern zu verabschieden und auszusteigen.



Als ich dann auf den Hof fuhr, wurde ich wie immer freudigst begrüßt - doch diesmal von einer Zauberfrau-Schwester aus dem zweiten Kurs - sie kannte mich ja gar nicht - und trotzdem hat sie mich begrüßt, als wären wir schon immer zusammen gewesen.

Genauso lief es auch mit den anderen, mir erst noch fremden Zauberfrauen-Schwestern aus der anderen Gruppe.

Dann noch die herzliche Begrüßung der Zauberfrau-Schwestern aus meiner eigenen Gruppe: ich spürte, ich bin "zu Hause"

Doch noch wollte meine empfindliche Seele nicht zur Ruhe kommen - ich zweifelte noch immer und versuchte das für und wider abzuwägen: bleiben oder gehen?



Am nächsten Tag dann kam Stormy um uns von der indianischen Tradition des Medizinrades zu erzählen. Und da passierte etwas in meiner Seele - beim trommeln löste sich etwas in meiner Seele - ich begann zu begreifen, das ich mich nicht so wichtig nehmen sollte - sondern als Teil des ganzen zu betrachten. Ich gehörte dazu, genauso wie ich war. Niemand beurteilte mich nach meinen Taten. Ich konnte meinen Gefühlen freien Lauf lassen. Niemand engt mich in diesem Kreis ein, keiner macht mir Vorschriften. Alle begegnen sich mit Respekt. Es darf gelacht, geweint, getanzt, gesungen und auch gebrummt werden.

Stormy nahm mich genauso herzlich wie alle anderen in die Arme und gab mir eine Weisheit mit auf den Weg, die meine verletzte Seele als "Verband" so gut gebrauchen konnte... und ja, es flossen auch ein paar (heilsame) Tränen...

Ich spürte: ich bin "zu Hause".



In dieser Nacht fiel mein Entschluß: ich bleibe, denn hier, in dieser Umgebung, mit diesen Menschen bin ich angekommen, willkommen, akzeptiert.

Hier ist meine Seele zu Hause!



Danke liebes Universum, das Du mich hierher geführt hast und das Du mich lernen läßt - denn das habe ich nun begriffen: ich lerne jeden Tag auf´s neue - es war mir nur nie bewußt.



Leider kann ich zum nächsten Treffen wegen einer beruflichen Fortbildung nicht kommen - aber darauf das Treffen, auf das freue ich mich, denn ich weiß, der "Verband auf meiner Seele hält. Und ich freue mich auf´s nach Hause kommen.



Danke, das es Euch gibt......








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Liebe Leserin, lieber Leser
die Zauberfrauen bedanken sich für deinen Kommentar.
Dieser wird nach Sichtung freigeschaltet.